Alessandro Striplac - Gelnägel zum Abziehen?

Für diese Review habe ich mir Zeit gelassen, sehr viel Zeit! Es geht um das Alessandro Striplac System, einem dieser UV-Lack Systeme, bei denen der spezielle Nagellack unter einer UV Lampe ausgehärtet wird und anschließend einen sehr langen Halt auf den Nägeln haben soll. Das Besondere hierbei ist, dass man den UV Lack anschließend einfach abziehen kann (daher auch der Name) und den Lack nicht herunter gefeilen werden muss oder in Aceton einweichen muss. 
Ich habe es kurz nach dem QVC Event im November zugeschickt bekommen und seit dem einige Male angewendet. Wieso ich so viel Zeit für meine Meinungsbildung gebraucht habe, erzähle ich euch natürlich im Laufe des Beitrags.
Ich möchte euch mit in mein Wohnzimmer nehmen und eine Schritt für Schritt Anleitung geben, wie das System angewendet wird und welche Schwierigkeiten mir dabei aufgefallen sind.



Ich habe das Deluxe Starter Kit zugeschickt bekommen, das in einem sehr praktischen Koffer verpackt ist, in dem die UV Lampe zu finden ist und auch alles weitere nötige Zubehör. Dadurch fliegen die einzelnen Teile nicht im Wohnzimmer herum und alles ist an einem Ort gut verstaut. Sehr, sehr praktisch! 
In dem Deluxe Starter Kit ist die UV Lampe enthalten, der Twin Coat, ein Farblack in der Farbe Heavens Nude, Reinigungspads, ein Hufstäbchen, eine Polierfeile und der Peel-Off Activator. Also wirklich alles, was man für die Striplac Maniküre braucht. Ich habe noch zwei weitere Farben zugeschickt bekommen (Secret Red und und den limitierten Diamond Angel) und den Striplac Korrekturstift. 





Ich beginne jede Striplac Maniküre wie jede andere Maniküre auch. Zunächst entferne ich meinen Nagellack mit einem herkömmlichen Nagellackentferner und schiebe anschließend meine Nagelhaut zurück bzw entferne ich diese. Ich habe meine Nagelhautroutine etwas vernachlässigt, deshalb sieht sie ganz schön mitgenommen aus. Das tut mir leid :) 
Hierfür nehme ich übrigens das Cuticle Remover Gel von Alessandro* und schrubbe dann mit einer Nagelbürste über meine Nagelhaut. Anschließend entferne ich alles überstehende mit einem Rosenholzstäbchen. Diesen Schritt finde ich bei Striplac besonders wichtig, denn wenn man wie ich so hartnäckige Nagelhaut hat, die fest am Nagel hochwächst (klingt eklig, tut mir leid..), hält an diesen Stellen der Striplac wesentlich schlechter und löst sich früher ab.
Anschließend feile ich meine Nägel mit einer Glasnagelfeile, meine ist aktuell von Rossmann, ich finde jedoch die von Ebelin wesentlich besser (zumal die von Ebelin von beiden Seiten rau ist, die von Rossmann nicht!).



Dann kommen wir auch schon zu den ersten beiden Striplac Schritten. Zunächst werden die Nägel mit der beiliegenden Polierfeile auf Hochglanz poliert. Hier unterscheidet sich Striplac von anderen UV Systemen, denn der Nagel wird nicht angeraut, sondern komplett versiegelt und poliert. Dadurch löst sich der Lack später besser und der Nagel wird nicht so strapaziert. Es ist sogar so, dass man Striplac nicht anwenden soll, wenn man durch Gelnägel angeraute Nägel hat. Dann soll dieser angeraute Nagel komplett rauswachsen, bevor man mit Striplac anfangen kann.
Anschließend wird der Nagel komplett entfettet mit den beiliegenden Reinigungspads, die übrigens total lecker nach Pfirsich riechen!



Dann kommt auch schon die erste Schicht Striplac auf die Nägel. Man beginnt jede Striplac Maniküre mit einer dünnen (!) Schicht Twincoat, der die Basis bildet. Tatsächlich ist es allgemein bei Striplac sehr wichtig möglichst dünne Schichten zu lackieren, was manchmal schwieriger ist als es klingt. Dadurch soll der Striplac länger halten, was ich auch bestätigen kann. Nägel die mir etwas zu dick geraten sind, haben sich wesentlich schneller gelöst, weil diese dünne Schicht wesentlich elastischer ist als ein dicker Batzen auf dem Nagel.

Ich lackiere übrigens immer zunächst 4 Nägel auf meiner linken Hand, dann die 4 Nägel meiner rechten Hand und anschließend die beiden Daumen! Jede Schicht wird anschließend in der UV Lampe 60 Sekunden lang ausgehärtet.




Nach jedem Trocknungsschritt entsteht eine klebrige Schicht auf dem Nagel, die sich Schwitzschicht nennt. Diese kann man entweder drauf lassen oder mit den Reinigungspads runter nehmen. Das macht keinen Unterschied (so wurde es mir zumindest auf dem Event erklärt).
Anschließend wird der Farblack aufgetragen, der ebenso ein spezieller UV Lack ist und unter der Lampe aushärten muss. Hier gibt es wirklich super viele Farben, von klassischen Rottönen bis zu knalligem Grün und Blau. Sie kosten allerdings 17€ pro Flasche, doch kann man sich mit einer Farbe wohl um die 10 - 15 Maniküren zaubern und sie trocknen nicht aus, da sie ja nur unter UV Licht trocknen können.
Ich habe Secret Red lackiert und finde dieses klassische Rot sehr schön! 
Auch hier ist es wieder wichtig möglichst dünne Schichten zu lackieren und am Besten lackiert man zwei Schichten, damit der Farblack auch wirklich deckt. Also lackieren, unter der Lampe aushärten lassen und eine weitere Schicht lackieren und aushärten lassen. Oben seht ihr eine Schicht und tatsächlich finde ich die Deckkraft noch etwas schwach, weshalb ihr im Folgenden zwei Schichten sehen könnt.



Jede Maniküre wird mit einer weiteren dünnen Schicht Twin Coat vollendet. Die letzte Schwitzschicht auf dem Nagel wird dann mit dem Reinigungspad entfernt und man ist auch schon fertig. Ihr seht, dass die Nägel wunderschön glänzen und sofort trocken sind.
Ich bekomme diese dünnen Schichten noch nicht so gut hin, deshalb kann man auch am Ringfinger eine Unebenheit erkennen. Etwas Übung ist schon notwendig!

Falls man sich an irgendeinem Punkt etwas vermalt hat, kann man dieses Missgeschick vor dem Trocknen (!) mit einem Striplac Korrektur Stift wieder entfernen. Doch zugegeben? Spart euch die 10€ für diesen Stift, den feuchten Striplac könnt ihr natürlich genauso gut mit einem Rosenholzstäbchen entfernen!


Ich muss zugeben, das klingt nach einer ewigen Prozedur, oder? Auf dem Event fiel der Satz "Striplac ist eigentlich für die faulen Frauen, die dennoch mit einer tollen Maniküre rumlaufen wollen", bei dem ich nur etwas müde lächeln konnte. Ich hatte das Essence Gel Nails at Home System zuhause und wusste, dass eine Maniküre da gut und gerne ein bis zwei Stunden Zeit in Anspruch nehmen kann, bis der Nagellack durchgetrocknet ist und alles wirklich sitzt.
Tatsächlich kann ich den Satz aber mittlerweile abnicken, denn lästige Trockungszeiten fallen flach. Jede Schicht wird eine Minute unter der Lampe gehärtet und ist dann für den nächsten Schritt bereit. Mit allem drum und dran bin ich nach 30 Minuten mit allen 10 Fingern fertig.
Eine normale Maniküre mit normalem Nagellack dauert bei mir wesentlich länger und dann ärger ich mich noch, wenn ich zu früh schlafen gegangen bin oder meinem Alltag nachgehen wollte, weil ich überall Patzer habe.


Wenn man dann den Striplac wieder entfernen möchte, sollte man den Peel-Off Aktivator verwenden. Zwar kann man Striplac einfach vom Nagel abziehen, doch ist das bei trockenen Nägeln nicht empfehlenswert und schwer und auch ich habe mir damit an manchen Nägeln ganz schönen Schaden zugefügt. Hat man jedoch sehr feuchte Nägel, kann man eventuell darauf verzichten.
Dieser Peel-Off Aktivator ist ölig/wässrig und wird um den Striplac herum aufgetragen, rund 5 Minuten einwirken gelassen und dann vorsichtig mit einem Rosenholzstäbchen abgezogen. Wenn das abziehen etwas schwerer wird, soll man erneut Peel-Off Aktivator auftragen, warten und dann weiter fortsetzen.



Wenn man das gewissenhaft macht, lässt sich der Striplac in einem Stück abziehen und die Nägel werden dabei nicht angegriffen. Sie sehen nach dem Entfernen ebenso gesund aus wie zuvor auch.

Wenn man es gewissenhaft macht... Ich war zu Beginn mit dem Entfernen etwas ungeduldig. Während der Striplac an meinen Zeigefingern und am Mittelfinger sich gut löst und sich immer als erstes dort verabschiedet, bleibt der Striplac an den restlichen Nägeln umso hartnäckiger. Zwar habe ich den Peel-Off Aktivator aufgetragen, doch ihn nicht lange genug einwirken gelassen und auch nicht ein zweites Mal aufgetragen. An einem Punkt habe ich den Lack einfach in mehreren Teilen vom Nagel gezogen, ihn abgepopelt und mich geärgert, dass das so schwer abgeht. Macht das nicht! Wirklich nicht! Das Ergebnis waren wahre Löcher in meinen Nägeln, mehrere Nagelschichten sind mit dem Striplac runter gegangen und ich habe sie anschließend über einen Monat ruhen gelassen und nicht mal richtig lackiert. Seit dem verwende ich den Peel-Off Aktivator immer nach Vorschrift und mit mehr Geduld und habe dieses Problem nicht mehr
Das ist auch der Grund wieso ich so lange mit der Review gewartet habe, weil ich wissen wollte ob das nochmal passiert und woran es genau lag, dass ich meine Nägel dermaßen zerstört habe!


Von Alessandro wird eine Haltbarkeit von 10 Tagen versprochen und auf die komme ich meistens nicht ganz. Nach sieben Tagen verabschiedet sich immer der Lack am Zeigefinger und einen Tag später am Mittelfinger (wirklich immer, ich kann danach die Uhr stellen!). Nach sieben oder acht Tagen entferne ich also auch die restliche Maniküre. Auf 10 Tage bin ich bislang noch nie gekommen, doch finde ich auch eine ganze Woche mehr als ausreichend und unheimlich toll! Ich mache mir mittlerweile Striplac auf die Nägel, wenn ich weiß, dass eine stressige Woche vor mir steht und ich nicht zum lackieren kommen werde oder es mir wichtig ist, dass der Nagellack auf keinen Fall abblättert. 
Tatsächlich verliert jedoch der Nagellack über diese sieben Tage nicht seinen Glanz und man sieht auch keinen Tipwear. Er wächst natürlich heraus, aber das ist ja nicht dem Striplac geschuldet.



Ja, diese UV Systeme sind teuer. Das Deluxe Set kostet bei QVC 100€, wobei es auch ein Starterseit bei Douglas gibt, bei dem ihr für 100€ allerdings nicht den Peel-Off Aktivator bekommt, den ich euch absolut ans Herz lege. 
Die einzelnen Teile lassen sich anschließend nachkaufen, so kostet der Twin Coat 17€, ebenso viel wie ein Farblack und die Reinigungspads kosten 6€.
Das ist nicht wenig Geld, das gebe ich zu und auch ich würde mir fünf mal überlegen, ob ich mir so ein teures System zulege. Doch kosten ähnliche Systeme ebenso viel Geld. 
Die lange Haltbarkeit ist jedoch sehr gut, die Nägel werden geschützt und können so länger wachsen als ohne UV Lack und sind auch wesentlich belastbarer. Das sind für mich auf jeden Fall Argumente für das UV System. 
Ich werde mir die einzelnen Komponenten auf jeden Fall weiter kaufen und auch weitere Farben ansehen!

Wäre ein solches UV System etwas für euch, oder hat das für euch gar keinen Sinn?

Eure Elli


Kommentare

  1. Das klingt ja wirklich super und wäre auch was für mich. Ich hab lange Zeit das Sensationail Set verwendet, nur aus unerfindlichen Gründen funktioniert es bei mir inzwischen nicht mehr und ich kann dan "Lack" nach 2 Tagen einfach vom Nagel ziehn -.-. Danke für die ausführliche Review!

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  2. Eine super ausführliche Review, dass muss ich sagen.
    Ich hatte auch mal das Essence Set aber irgendwie bin ich, wenn überhaupt, Verfechter einer richtigen Gelmodellage.
    Ich weiß, die Homesysteme, bei denen die Modellage nur bis zu 14 Tage hält sind einfacher und halten ja meist auch ganz gut ABER für mich gibt es einige Risikofaktoren die viele nicht beachten. Besonders Anfänger die sich mit dem Thema nicht außeinander setzen und denken "cool, Farbe hält bis 14 Tage"
    Zuhause arbeitet man manchmal nicht ganz so sauber und steril und dass kann ganz schnell zu ganz arg gemeinem Nagelpilz führen. Wir nutzen oft Monate-/Jahrelang die gleiche Feile für Hände und Füße und reinigen diese nicht. Wenn man dann auch noch eine Schicht "Plastik" für einige Tage auf den Nagel haut freuen sich die Bakterien. Ich will nicht sagen dass das bei Nageldesignstudios nicht passiert aber bei Heimarbeit kommt es öfter vor.
    Die Lacke finde ich auch verhältnismäßig Teuer. Geltöpfchen mit 5gramm kosten um die 10€ und halten mindestens 20-30 Modellagen durch.
    Ich hatte ja lange Gelnägel und immer wieder würde es mich reitzen mir so ein System an zu schaffen oder mir wieder eine richtige Modellage zu machen. Es stimmt schon dass die Nägel besser wachsen aber wenn man lange Nägel hat und den Lack abzieht oder das Gel abfeilt beschädigt man den Nagel ggf. oder reisst ihn ein.

    Man sollte seine Hände, vor einer solchen Modellage auch mit Sonnencreme behandeln, ist ja schließlich UV-Licht und man könnte sagen dass es ein Minisolarium für die Hände ist.

    LG
    K.ro

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  3. Hallo :-)
    Persönlich habe ich das System noch nicht probiert, aber ich kenne mehrere, die teilweise davon begeistert waren und im Nachhinein enttäuscht. Das Gel/ der Lack, wie auch immer :D hat in den meisten Fällen nur 2-3 Tage gehalten :-/ Finde ich zu kurz...
    Ich gehe seit ungefähr 2 Monaten zur Maniküre und lasse mir Shellac machen.
    Das ist auch ein Gel-UV-Nagellack und hält bei mir 3-4 Wochen, und ist selbst dann noch makellos, halt nur rausgewachsen.
    Zur Zeit habe ich einen Apricot-Ton drauf, passend zum Frühling :)
    Bei meiner Maniküre zahle ich dann 29€ pro Sitzung und es dauert ungefähr 1 Stunde.

    LG Nicole

    http://nicolehenzel.blogspot.de/

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  4. Hi :)
    Vielen lieben Dank für Dein sehr ausführliches und informatives Review.
    Du hast mich richtig neugierig gemacht und ich überlege mir das Mobile Kit zu kaufen. Was mich allerdings abschreckt, sind die 6 Monate Haltbarkeit. :(
    Du hast den Twincoat und eine Farbe ja im November geöffnet. Haben sich die Lacke denn seitdem verändert? Ich trage gerne verschiedene Rosetöne, halbvolle Flaschen wegzuschmeißen, gefällt mir vor allem bei den Preisen aber nicht wirklich. Nutzt Du die "alten" Lacke noch?

    LG
    Kiki

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  5. Hallo,
    dein Bericht ist klasse...sehr ausführlich und gut erklärt.
    Seid kurzem habe ich auch das Starter Set und schon losgelegt...
    Beim erstenmal hatte ich viel zu dick aufgetragen, a. nicht schön anzusehen und b. der lack ging schnell ab.
    Jetzt klappt es schon besser aber leider stelle ich immer nach zwei/drei Tagen fest das sich an den Nagelspitzen den Lack löst und das sieht natürlich nicht so schön aus. Ich gehe sowohl mit dem Unterlack als auch mit dem Farblack einmal "quer" über die Nagelspitze aber leider hat dies auch nicht geholfen.

    Kann mir jemand sagen was ich falsch mache bzw. was ich ändern muss? Und 10 Tage hat der Lack so auch noch nie gehalten.... das würde ich aber auch auf die abgestoßenen
    Spitzen zurückführen.

    LG Conny :)

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