Das große Eyeliner 1x1: Eyeliner Vergleich

Ich drohe euch ja schon lange damit endlich meinen kleinen Eyeliner Leidensweg aufzuschreiben, den ich vor einigen Monaten bestritten habe. So einen schönen geraden Strich zu ziehen, das war schon lange kein allzu großes Problem, natürlich wird er mal krumm und mal schief, aber im Großen und Ganzen war das machbar! Viel eher habe ich lange gebraucht um einen schönen Wing hinzubekommen! Weil aber ein reiner Laberpost mit viel Geheule und Fluchen meinerseits wohl niemanden interessiert, habe ich mir überlegt eine kleine Eyeliner Reihe zu machen, in der ich euch über meine Erfahrungen mit Eyelinern erzähle. 
Beginnen möchte ich mit einem Vergleich verschiedener Eyeliner und meinen Erfahrungen dazu. Welchen finde ich besonders angenehm, welcher ist qualitativ hervorragend und welcher enttäuscht mich maßlos? Auch möchte ich darauf eingehen welche Eyeliner ich besonders für Anfänger empfehlen würde und welchen ich doch etwas tricky in der Anwendung finde.
In einem zweiten Teil möchte ich das Battle der Gel Eyeliner Hybriden abhalten, der Benefit They're Real push-up liner gegen den Maybelline Lasting Drama Black Shock 36H Gel Eyeliner (boah, schon wieder so ein langer Name).
Dann, in einem dritten Teil, werde ich die absoluten Basics zum Lidstrich ziehen festhalten, ein Posting für die Anfänger unter euch. Also wie ziehe ich einen Lidstrich, wie habe ich angefangen, wie übt man am besten und wie zur Hölle krieg man diesen verdammten Wing hin?

Ich hoffe ihr freut euch über die kommenden Postings!

Heute soll es also um verschiedene Eyelinertypen gehen und auch um verschiedene Produkte an sich. Jedes Produkt steht nur stellvertretend für einen Haufen ähnlicher Produkte, die aber in der Funktionsweise alle gleich sind. Natürlich lässt sich nicht von einem Produkt auf die ganze Sparte schließen, aber so gewisse Vorlieben entwickeln sich ja doch. So habe ich auch gemerkt, dass ich mit gewissen Produkten einfach keinen schönen Wing hinkriege, während es mit anderen Produkten wie im Schlaf funktioniert. Um allein zu dieser Erkenntnis zu gelangen, dauerte es bei mir (ungewöhnlich?) lang! Ich war lange Zeit sehr festgefahren was Eyeliner betrifft und habe jahrelang immer und immer wieder Gel Eyeliner oder den L'Oreal Super Liner benutzt und ein schöner Wing wollte mir einfach nicht gelingen. Erst als ich über den Tellerrand blickte funktionierte es endlich mal!


Beginnen möchte ich mit einem klassischen flüssigen Eyeliner. Ich benutze gerne den Liquid Ink Eyeliner von Essence, den man für knappe 2€ in der Drogerie bekommt. Er besitzt ganz klassich einen feinen Pinsel, den man in die Eyelinerflüssigkeit eintaucht und dann eben seinen Lidstrich ziehen kann. Als Schminkanfänger habe ich diese flüssigen Eyeliner immer als die Königsdisziplin angesehen, denn so ein Flüssigeyeliner verzeiht nichts und jede kleine Unebenheit wird schnell sichtbar.


Das Pinselchen vom Liquid Ink Eyeliner ist recht schmal, auch wenn es erstmal gar nicht so wirkt. Holt man den Pinsel heraus, so ist es getränkt mit der Flüssigkeit und man hat einfach viel zu viel am Pinsel. Ich kann zumindest so keinen schönen präzisen und dünnen Lidstrich ziehen. Deshalb streife ich immer alles Überschüssige sehr großzügig an der Öffnung ab und achte darauf, dass sich die Pinselhaare nebeneinander gerade anordnen. So habe ich eine breite Seite und wenn ich es um 90° drehe eine sehr schmale. Damit komme ich sehr nah an den Wimpernkranz und kann sehr genau arbeiten.
Das Pinselchen ist nachgiebig und beweglich. Ich schätze das muss man mögen. Mir hilft es einen schönen Schwung in meinen Eyeliner zu bekommen, denn das Pinsel biegt sich automatisch in eine tolle Form!




Ich muss sagen, dass ich mit dem Liquid Ink sehr gut zurecht komme. Die Konsistenz ist wie gesagt flüssig aber recht gut deckend, so muss ich nicht hundert mal den Eyeliner nachbessern und laufe so Gefahr den Lidstrich doch immer breiter und breiter zu machen. Außerdem gibt er sehr gut die Farbe ab und malt sehr präzise. Das ist für Anfänger vielleicht etwas schwierig, wenn die Hand noch nicht ruhig genug dafür ist, jedoch hilft es mir den Wing schön gerade zu zeichnen und auszubessern.
Er braucht durch seine flüssige Konsistenz nur relativ lange zum trocknen, so hatte ich dann schon die ein oder andere Macke beim Blinzeln auf dem Auge. Auch die Haltbarkeit ist eher durchschnittlich. Er trägt sich schon deutlich ab im Laufe des Tages, verliert an Farbe und nutzt sich recht schnell ab, wenn man sich im Laufe des Tages an die Augen fasst (was ich wirklich andauernd mach!).
Somit in der Anwendung für mich absolut super, aber im Alltag ärgert mich oft die Haltbarkeit. Außerdem würde ich ihn für blutige Anfänger mit einer wackeligen Hand ebenso nicht empfehlen.


Der nächste Eyeliner ist ein Filzeyeliner. Es ist der Manhattan Eyemazing Liner, der einen extremen Hype erfahren hat und oft empfohlen wird. Er erinnert, wie die anderen filzigen Kollegen, an Malstifte die man als Kind gern benutzt hat. Der Stift ist schön lang, liegt so gut und stabil in der Hand, weshalb man einfach weniger wackelt und viel leichter einen geraden Lidstrich zaubern kann. Deshalb wird er auch häufig für Anfänger empfohlen.


Das Besondere ist wie gesagt die getränkte Filzspitze an dem Eyeliner. Man muss nicht wie liquid Liner aufpassen bloß nicht zu viel Produkt auf den Pinsel zu haben, sondern kann einfach drauf los malen. Er gibt wie von allein Farbe ab und man muss sich wirklich nur darum kümmern eine saubere Linie zu zeichnen.
Außerdem ist die Spitze sehr fein, weshalb man leicht Unebenheiten ausbessern kann und auch sehr nahe an den Wimerpnkranz kommt.
Der Eyemazing Eyeliner ist einer der schwärzesten Kollegen, die mir in der Kategorie bislang begegnet sind. Bei vielen dieser Filzstife hatte ich das Problem, dass sie eher Grau-Braun sind und einfach nicht tief und deckend schwarz.




Tatsächlich finde ich den Eyemazing Eyeliner sehr gut und einfach in der Handhabung Er zeichnet schön schwarz und das auch durchgängig. Man muss keine Farbe nachnehmen oder mehrfach über eine Stelle gehen, was unschöne Ansammlungen oder Patzer natürich verhindert. 
Es ist wirklich spielend einfach damit einen Lidstrich zu ziehen. Es war der erste Eyeliner mit dem ich den Wing wirklich hinbekommen habe und er dann auch gut aussah. Dadurch dass die Spitze so fein ist, kann man auch in kleine Hautfältchen gelangen und der Wing wird wirklich knackig spitz, so wie ich ihn mag.
Leider ist auch hier die Haltbarkeit auf dem Auge eher durchschnittlich. Er verblasst ebenso wie der Essence Liner im Laufe des Tages und verabschiedet sich sofort bei kurzem Reiben. Schade!
Auch die Ergebigkeit ist sehr gering, wie bei fast allen Filzlinern die ich bislang ausprobiert habe! Nach gut einem Monat ist er einfach nicht mehr so schwarz, gibt nicht mehr gut Farbe ab und franst an der Spitze aus. Bei einem Preis von rund 5€ finde ich das doch schon ganz schön happig auf Dauer.
Dennoch greife ich gerne vor allem morgens, wenn es schnell gehen muss, zu dem Manhattan Liner, weil der meiner Meinung nach wirklich Narren sicher ist!



Kommen wir mal zum klassischen Gel Eyeliner. Ich habe einige zuhause von MAC, Essence, Catrice und co. Ich habe mich hier für einen Catrice Liner entschieden, wieso weiß ich gar nicht. Alle meine Gel Eyeliner habe ich aus verschiedenen LEs, so war auch Nautica in einer ehemaligen Catrice LE erhältlich. Aber seis drum, er steht ja nur stellvertretend für eine Produktsparte!
Tatsächlich führt mittlerweile fast jeder Hersteller Gel Eyeliner, die sich sehr unterscheiden können. So ist meiner Erfahrung nach der Gel Eyeliner von MAC recht fest in der Kosistenz und der von Catrice beispielsweise wesentlich flüssiger. Das beeinflusst natürlich die Handhabung und man muss einfach herausfinden womit man besser zurecht kommt!



Außerdem braucht man natürlich einen Pinsel für den Gel Eyeliner und auch hier gibt es so viele Unterschiedliche! Gerade abgeschnittene, flache Pinsel, schief abgeschnittene, flache Pinsel, in einer katzenzungen Form, feine und mit geradem Stiel und oder mit Abgeschrägtem. Es gibt wirklich massig und bislang muss ich sagen, dass ich mit einfachen feinen Pinseln am Besten klar komme. Ich benutze seit Jahren den von Alverde (ich weiß gar nicht ob es den noch gibt!), den von Real Techniques finde ich jedoch auch sehr, sehr gut dafür.



Ich stehe Gel Eyeliner mit gemischten Gefühlen gegenüber. Den normalen Lidstrich kann ich wunderbar damit ziehen, das Ergebnis wird sehr intensiv und gut deckend, man braucht nich viel Produkt und es sieht einfach gut aus. Gleichzeitig kämpfe ich jedes mal mit dem Wing. Ich kriege einfach keinen präzisen Wing hin, der wirkt ausgefranst und einfach nicht schön. Das Gel legt sich nicht in die feinen Fältchen bei mir, egal welche Marke und egal welcher Pinsel. 
Die Haltbarkeit ist natürlich von dem Produkt selbst abhängig, doch meistens war die Haltbarkeit bei Gel Eyelinern wesentlich besser als bei den flüssigen oder filzigen Linern. Auch die Ergiebigkeit ist gut. Ich habe noch nie einen Gel Eyeliner leer bekommen, trotz täglicher Benutzung! 
Man muss aber auch dazu sagen, dass man immer einen Pinsel braucht, diesen täglich auswaschen muss und ich darauf einfach keinen Bock habe! Ich finde es umständlich und dann greife ich häufiger zu den anderen Kandidaten. Das ist auch der Grund wieso ich Gel Eyeliner nur noch in bunten und spezielleren Farben habe!


Die andere Art von Gel Eyeliner stellt der They're Real push-up Liner von Benefit* dar, der eben die Vorteile von einem Gel Eyeliner und einem Filz Eyeliner kombinieren soll. Das Gel befindet sich in dem Stift und lässt sich durch drehen ans Tageslicht befördern. Zu Diesem habe ich hier schon einmal eine Review geschrieben, wobei sich mittlerweile meine Meinung etwas geändert hat. Ich habe einfach mehr Übung darin bekommen!
Der Trick ist hier, dass das Gel mit einem Silikonapplikator aufgefragen wird und so der Pinsel überflüssig wird. Durch seine Länge liegt er ähnlich gut in der Hand wie der Filz Liner und erleichtert so die Handhabung.
Mit rund 25€ ist er der teuerste Kandidat der Runde.


Der Applikator ist wirklich sehr gewöhnungsbedürftig, er ist jedoch recht nachgiebig und sorgt so, ähnlich wie der liquid Liner, automatisch für eine schöne geschwungene Linie. Die Gel Paste ist sehr fest und trocken, was die Handhabung erschwert. Benutzt man zu wenig, wird das Ergebnis verwaschen und grau, benutzt mal zu viel so klumpt es und bröckelt seltsam ab. Ich habe mittlerweile meine optimale Menge gefunden, die ich euch unten auf dem Bild dargestellt habe, jedoch hat es einige Zeit und Nerven gekostet das gerauszufinden. Hat man den Dreh raus, so klappt die Applikation ohne weitere Probleme.






Auch hier schätze ich wie bei dem klassischen Gel Eyeliner die tiefe schwarze Farbe. Ich finde, dass Gel ein massiveres Ergebnis am Auge ergibt als flüssige Eyeliner. Es wirkt irgendwie wuchtiger, doch manchmal möchte ich genau das Ergebnis.
Der Wing klappt mit dem Silikonaplikator besser als beim Gel Eyeliner, doch ganz so präzise wie bei den anderen Eyelinern wird es nicht und das finde ich sehr schade.
Insgesamt komme ich gut mit ihm klar, doch finde ich ihn durch die feste Konsistenz nicht so narrensicher wie den filzigen Kollegen. Man braucht doch schon mehr Geduld, muss etwas bei der Dosierng aufpassen und kann nicht einfach im Halbschlaf drauflos malen!
Was ich an dem Benefit Eyeliner so sehr schätze, ist die Haltbarkeit am Auge. Er hält und hält und hält und ist sogar wasserfest. Er hat auch wildes Herumreiben überstanden und verliert nicht an Farbintensität über den Tag.
Insgesamt bekomme ich mit ihm einen wesentlich schöneren Wing hin als mit Gel und Pinsel, doch finde ich ihn nicht so anfängerfreundlich wie den Eyemazing Liner!



Das war mein kleiner Vergleich verschiedener Eyeliner Typen. Natürlich kann man auch noch mit Kajal einen Lidstrich ziehen, doch irgendwie habe ich das noch nie gemacht. Das Ergebnis wurde nie exakt genug und die Kanten zu verwaschen. Das mag ich einfach nicht so gern!

Von der Handhabung finde ich wirklich Filz Liner am einfachsten und würde ich jedem Anfänger empfehlen. Bei Gel Eyelinern muss man für sich den richtigen Pinsel und das richtige Produkt finden und ich glaube, dass ich da einfach noch nicht so weit bin, obwohl ich so viel schon ausprobiert habe! Am häufigsten benutze ich übrigens den Essence Liner, denn das Ergebnis wird so wie ich es mir wünsche und ich schaffe es recht schnell den Lidstrich zu ziehen. Da nehme ich auch die etwas schlechtere Haltbarkeit in Kauf!

Womit zieht ihr euren Eyeliner? Welcher ist euer Favorit?

Eure Elli

*PR-Sample

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