Nagelstube: Meine Nagelpflegeroutine

Immer öfter werde ich gefragt, ob meine Nägel echt sind und wie ich es schaffe, dass sie so lang werden, ohne abzubrechen. Ja, echt sind sie und das waren sie schon immer, künstliche Nägel hatte ich bisher noch nie. Meine Nägel sind auch nicht schon immer so gut gewachsen, vor ein paar Jahren sind sie nicht einmal annähernd so lang geworden, wie sie jetzt sind. Einen Geheimtipp für lange, starke Nägel habe ich jedoch immer noch nicht, aber ich werde euch zeigen, wie und womit ich meine Nägel hege und pflege.


Kürzen, Feilen & Polieren



Wie ich euch schon in diesem Beitrag erzählt habe, schneide ich meine Nägel in der Regel nicht, sondern kürze sie mit einer Glasfeile. Das dauert zwar deutlich länger, aber für mich selbst habe ich gemerkt, dass meine Nägel dadurch stabiler bleiben und dann natürlich länger werden. Wenn ich dann mal zu faul bin, sie kürzer zu feilen und dann doch zur Schere oder zum Knipser greife, habe ich meist das Problem, dass die Nagelspitzen anfangen, extrem zu splittern. Das kann sich wochenlang hinziehen, bis sie sich wieder erholt haben, daher versuche ich, darauf weitgehend zu verzichten. Aktuell benutze ich eine Glasfeile von Healthy Nails Professional oder eine von ebelin, die es bei dm zu kaufen gibt.
In meiner Handtasche trage ich fast immer eine weichere Feile mit mir. Es kommt doch öfter vor, dass man mal irgendwo aneckt und das Nagelende nicht mehr richtig glatt ist. Damit macht man sich nicht nur Strumpfhosen kaputt, es belastet auch den Nagel, wenn man immer wieder hängen bleibt. Daher sollte so etwas immer schnell korrigiert werden, damit keine größeren Risse entstehen.

Eine Sache, der ich lange zu wenig Beachtung geschenkt habe, ist das Polieren der Nagelplatte. Vor allem, wenn der Nagel abblättert, habe ich sofort meine Polierfeile in der Hand, um Ränder zu glätten, damit nicht noch mehr kaputt geht. Das ist wie bei splissigen Haaren: Schneidet man die kaputten Spitzen nicht ab, wird es nur noch schlimmer. Da ich meine Nägel aber nicht kürzen möchte, glätte ich die Nagelplatte so weit, dass die Oberfläche wieder schön eben ist und nicht noch mehr abblättert. Aber auch Glitzer und Strasssteinchen, eventuell auch der Nagellackentferner allein, können den Nagel aufrauen. Das sieht nicht nur unschön aus, es bietet auch mehr Angriffsfläche für weitere Beschädigungen.


Unterlack



Einen liebsten Unter- bzw. Pflegelack habe ich nicht, jedoch kommt ohne ihn nichts Anderes auf meine Nägel. Zum einen möchte ich meine Nägel vor Verfärbungen schützen, was je nach Lack, der dann drauf kommt, mal mehr oder minder funktioniert. Zum Anderen sollen die pflegenden Lacke die Nägel stärken.
Aufgebraucht und nachgekauft werden immer wieder die Produkte von p2, denn da gibt es viel Auswahl zu einem günstigen Preis und ich bin mit der Qualität zufrieden. Als stärkenden Lack benutze ich momentan gerne das Calcium Gel. Wenn ich viel poliert habe, verwende ich den Total Repair Coat, dieser Base Coat verstärkt den Nagel mit enthaltenen Nylonfasern.
Schon etwas länger besitze ich den Express Nail Hardener von ANNY und einen Natural Nail Repair Lack von Trind. Beide enthalten Formaldehyd, deshalb benutze ich sie eher seltener. Eine Sache, die ich lange nicht wusste, der ich jetzt aber mehr Beachtung schenke, ist, dass Nagelhärter mit Luft reagieren. Daher lieber mal etwas länger warten, bis die Farbe drauf kommt, damit der Nagel auch härten kann.


Nagellack entfernen



Den Nagellack wieder wegzumachen gehört genauso dazu wie das Lackieren. Inzwischen habe ich die meisten Drogerieprodukte ausprobiert. Ich benutze vorwiegend acetonfreie Entferner, da Aceton sehr schnell meine Nägel aufweicht, woraufhin sie teilweise instantan zu blättern anfangen. Deshalb greife ich auf diesen Inhaltsstoff nur dann zurück, wenn ich mit Nagelkleber gearbeitet habe, oder zum Reinigen von Stampingplates etc. Für normalen Nagellack nehme ich momentan den acetonfreien Nagellackentferner von Rival de Loop young, danach werde ich aber wieder auf meinen langjährigen Liebling von essence zurückgreifen.
Nagellack weicht die Nägel auf, deshalb achte ich darauf, ihn nicht zu lange auf den Nägeln zu lassen, da sonst nicht nur der Lack irgendwann splittert, sondern er oft noch etwas von der oberen Nagelschicht mitnimmt. 


Öle & Cremes



Meine Nagelhaut ist oft trocken und leider fehlt mir oft die Geduld, sie explizit zu pflegen. Nagelöl erweist mir da gute Dienste, allerdings wird dann alles ölig, was ich anfasse, weshalb ich es viel zu selten benutze. Hin und wieder nehme ich mir dann aber die Zeit und weiche die Nagelhaut ein, dann lässt sie sich auch viel leichter zurückschieben, dann sehen auch die Nägel ein bisschen länger aus. ;) Ich denke, die Öle geben sich untereinander nicht viel, daher kann man wohl alles nehmen, was man zur Hand hat. Ich habe eins von p2, essence und uma.

Mit dem Eincremen dagegen bin ich konsequenter, eine Creme habe ich fast immer dabei. Für tagsüber reicht mir eine leichte Textur, die schnell einzieht, von Balea und essence gibt es ja immer wieder tolle neue Düfte. Für die Nacht darf es etwas reichhaltiger sein, momentan habe ich das Sanddorn Handbalsam von Dr. Scheller, mit dem ich wirklich sehr zufrieden bin. Wenn es dann noch mehr Pflege sein soll, creme ich die Hände – dabei die Nägel und die Nagelhaut nicht vergessen – richtig dick ein und ziehe Baumwollhandschuhe drüber. Das mag am Anfang etwas befremdlich sein, aber am nächsten Morgen sind die Hände superweich.  


Das allerwichtigste jedoch, was leider oft vergessen wird, was aber das Meiste ausmacht, wenn man lange Nägel haben möchte: Belastet die Nägel nicht. Nichts schadet mehr als schlichte mechanische Belastung. Lieber jemand anderes die Dose aufmachen lassen und zum Paket öffnen ein Messer zur Hilfe nehmen, anstatt es mit den Fingern aufzureißen. Nicht mit Schlüsselringen rumspielen und Knopfbatteriefächer mit einer Münze öffnen. Zum Arbeiten mit den Händen gibt es Handschuhe, die Nägel werden es euch danken. :) 

Ich hoffe, für die Eine oder Andere war etwas Hilfreiches dabei. Wie bei Allem sind die Nägel bei jedem etwas anders, haben verschiedene Bedürfnisse. Da muss man manchmal etwas oder auch mehr herumprobieren, bis man das Passende gefunden hat. Und habt Geduld, es kann Monate dauern, bis sich die Nägel von einer Belastung erholt haben. 

Auf was schwört ihr bei eurer Nagelpflege?

Eure Anna

Kommentare

  1. Ein wirklich informativer Post! :) Ich feile eigentlich auch immer, aber ab und an muss ich einfach schneiden,weil sie mir zu lang sind und zu brüchig, dann schneide ich lieber alles kaputte ab und feile den Rest. Aber ich benutze auch eine Glasfeile.
    Unterlack benutze ich auch immer irgendeinen, wobei mein liebster der von OPI ist. Nagellackentferner kaufe ich immer den von dm, günstig und für mich perfekt.

    Liebe Grüße <3

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  2. Da sind wirklich gute Tipps dabei :-) Ich habe sehr brüchige Nägel und habe vor ein paar Wochen angefangen, meine Nägel nicht mehr zu schneiden, sondern nur noch zu feilen und ich sehe schon eine erste kleine Besserung :-)
    Auf jeden Fall werde ich den Tipp mit dem Polieren der Nageloberfläche demnächst umsetzen...

    LG Juli

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  3. Da sind wirklich tolle Tipps dabei. Ich habe neulich mal wieder zur Nagelschere gegriffen. Hätte ich es doch nur gelassen. Jetzt splittert wieder alles vor sich hin. Das mit dem polieren werde ich mal testen. Wie ist das bei dir hast du dann nicht immer Nagellack drauf? Machst du eine bewusste Pause?

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    1. Ich lackiere meine Nägel meistens direkt neu nachdem der alte Lack ab ist. Manchmal lasse ich sie aber auch eine Nacht lang unlackiert und creme sie dann schön ein.

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  4. Ein toller Post! Da ist wirklich einiges dabei was ich mir zu Herzen nehmen möchte. Ich mag die neue Tea Tree Serie von Anny derzeit total gern. Die Produkte tun was sie versprechen und riechen noch dazu sehr angenehm.

    Liebe Grüße,
    Caro

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