Montagsfrage: Ist Weichzeichner für Beautyblogger ein No-Go?

Diana von I need Sunshine ist nicht nur die Organisatorin der tollen Top 3 Aktionen, sondern stellt auch einmal im Monat eine spannende neue Montagsfrage, die sich meist um Themen aus der Beauty(blogger)welt drehen. Dieses mal hat sie gefragt, wie wir zum Einsatz von Weichzeichner auf Beautyblogs stehen. Dieses Thema beschäftigt mich schon länger, jedoch seit ich selbst blogge noch verstärkter, weshalb ich mir diese Frage auch gewünscht habe! In wiefern ist Bildbearbeitung okay und wie viel ist zuviel des Guten? Warum verwenden eigentlich manche Blogger Weichzeichner? Dazu möchte ich heute meine Meinung mit euch teilen.
Ich denke es ist klar, dass ich nicht über das Verkleinern von Bildern oder aufhellen rede. Natürlich stelle ich kein Bild direkt aus der Kamera hier auf den Blog, sondern bearbeite es leicht nach. Das heißt bei mir in der Regel, dass ich das Bild verkleinere (die Ladezeiten wären sonst unmenschlich) und in aller Regel etwas aufhelle oder eben etwas abdunkle. Manchmal werden Farben verfälscht, weshalb ich evt noch etwas am Farbton drehe, jedoch nur so lang, bis es dem Original am nächsten kommt. Da meine Bilder im .raw Format aus meiner Kamera kommen, kann ich das fast ohne wirkliches Eingreifen in das Ursprungsbild erledigen. Anschließend noch mein Wasserzeichen und fertig bin ich, meistens.
Auch hinter diesem Blog steckt eine ganz normale junge Frau, die keineswegs eine perfekte Haut hat, Poren und auch Pickel hat, ja selbst Fältchen und dunkle Schatten unter den Augen. Das gehört zu mir und so bin ich. Das möchte ich auch nicht verstecken, weshalb ich darauf verzichen möchte unnötig Pickel zu entfernen. Allerdings möchte ich auch ehrlich mit euch sein, denn auch ich habe zu den kleinen Retuschierwerkzeugen von Photoshop gegriffen. Nicht, wenn ich ein ganz normales FOTD zeige sondern wenn ich eine Nahaufnahme mache. Von meinem Mund oder von meiner Wange. Manchmal sieht die Haut einfach unregelmäßig aus und lenkt vom eigentlichen Produkt, das ich euch zeigen will, ab. 

Beispielsweise hatte in diesem Bild aus meiner Review zu dem MAC MSF Stereo Rose plötzlich viele Milien an meiner Wange, die einfach direkt ins Auge gestochen sind, so viele waren auch für mich nicht normal! Man hat beim Betrachten des Bildes nicht auf den wunderschönen Glanz des MSF geachtet (was ich ja zeigen wollte) sondern meine unzähligen Milien. Ich habe also das Bild bearbeitet, um den Fokus auf das Produkt und nicht auf meine Unregelmäßigkeiten auf der Haut zu lenken. Bei einer Review zu einer Foundation beispielsweise würde ich jedoch niemals meine Pickel retuchieren, denn sie zeigen auch wie gut dieses Make Up abdeckt.
Was ich jedoch nicht tun würde, ist jedes Bild zu bearbeiten und euch so den Eindruck zu verleihen, ich hätte perfekte Haut. Denn die habe ich nicht und das ist auch okay so. Letzendlich lesen wir doch Beautyblogs um die Meinung von echten Frauen zu bekommen, denn den Supermodels aus den Magazinen glauben wir nicht. Deshalb finde ich es so schade, dass manche Blogger diesem Ideal dennoch möglichst nahe kommen wollen und versuchen ihr Gesicht in jedem Bild perfekt aussehen zu lassen. Wen ich eine übertriebene Bearbeitung der Haut bei einem Blogger erkenne, frage ich mich schon "Was will sie verstecken? Wieso glaubt sie, dass sie das nötig hätte? Findet sie sich sonst nicht schön?". Irgendwie fällt es mir dann auch schwerer diesem Blogger zu vertrauen. Wie kann mir jemand sagen, dass die Creme bei ihr Wunder wirkt, wenn sie es dennoch nötig hat bei jedem Bild das Gesicht zu verschönern?
Ich glaube der Unterschied macht die Stärke der Bearbeitung, wie offensichtlich das ist und auch wie häufig es vor kommt.
Man hat endlich Zeit dieses aufwendige Make Up für den nächsten Contest zu schminken und genau jetzt sprießt ein dicker Pickel an der Augenbraue, der in jedem Foto laut "Hallo" schreit? Dann mach den Pickel weg. Mach ihn weg, aber bitte so, dass ich nicht sehe, dass er entfernt wurde. Ich möchte nicht auf den ersten Blick erkennen, dass hier Photoshop für die Schönheit gesorgt hat.
Sehe ich jedoch einen Blog, auf dem fast jedes Gesichtsbild bearbeitet ist und die Person auch mit 30 Jahren noch keine kleinen Fältchen unter den Augen hat, verliere ich das Interesse an diesem Blog, weil die Person dahinter für mich nicht authentisch ist.
Ich fände es schön, wenn sich Blogger mehr mit dem Thema Bildbearbeitung auseinander setzen würden und auch so die Möglichkeiten erlernen, wie man mehr als den Bildern herausholen kann. Weichzeichner auf Bildern kann in kleinem Maße gut aussehen, meist endet es aber in einem verschwommenen Brei, der etwas Hautfarbe besitzt. Das finde ich auch einfach nicht ästhetisch. Es gibt so viel elegantere Methoden seine Hautunreinheiten wegzuschummeln.

Wie seht ihr das? Wie viel Bearbeitung ist okay? Ist die Bearbeitung in meinem Beispiel schon zuviel? In wiefern bearbeitet ihr eure Bilder?

Eure Elli

Kommentare

  1. ich sehe es ganz genauso wie du ... ich bin leider total untalentiert (und noch dazu fehlt mir das interesse) mit photoshop soweit umzugehen, dass ich da was "reissen" könnte (daher gibt es auch mal nur ein amu und keinen gesamtlook ... ) ... was ich "schon kann" ist das "retuschieren" von kleinen pickel indem ich mit einem dummy-bildbearbeitungsprogramm "gute" haut stellenweise kopiere :D (klappt aber eben nur bei miniwimmerln, weil ja die haut auch nicht an allen stellen gleich beleuchtet etc ist)
    was mir aber schon auffällt ist, dass es recht viele gute, erfolgreiche blogs gibt. bei denen recht viel retuschiert wird ... es ist schon ästhetisch - aber eben wie du sagst nicht authentisch

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    1. An sich ist das "Feld" der Bildbearbeitung natürlich grenzenlos, jedoch der kleinen Teilbereich den man auch wirklich für seine Blogfotos verwenden würde, ist wirklich recht schnell erlernt, würde ich sagen. Aber klar, dafür muss man sich auch mal hinsetzen und auch das Interesse dazu haben. Aber ich würde es keinem vorwerfen, wenn er das nicht will. Schade finde ich, wenn man es nicht lernen will und dann eben versucht mit so "billigen" Mitteln seine Bilder zu verschönern, da wird es eben in meinen Augen wirklich unhübsch :)
      Ja, das fälllt mir auch immer wieder auf und finde es wirklich schade. Wozu?
      Liebe Grüße

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  2. Hallo,
    ich bin jetzt nicht wirklich jemand, der verurteilt... Aber, ich sehe es genau wie Du. Ein paar Kleinigkeiten dann und wann mal retouchieren, um den Blick aufs Wesentliche zu lenken, ist in Ordnung. So lange das Bild im Großen und Ganzen natürlich bleibt. Völlig gekünselte Bilder mag ich nicht.
    Was soll mir außerdem eine Vorstellung eines Makeups bringen, wenn alles wegretouchiert ist? Woher soll man dann wissen, wie die Deckkraft ist?
    Liebe Grüße und schöne Restostern
    Anke

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    1. Genau, du sagst es, natürlich soll es noch wirken und nicht wie aus dem Magazin, das ist mir wichtig! Ich mag es auch gerne einen Makel bei anderen Menschen zu sehen, das ist doch nur menschlich und damit haben wir alle zu kämpfen. Alles immer zu bearbeiten finde ich einfach unnötig und schade.
      Nicht nur bei Make Up, auch bei Cremes. Mir fällt es durchaus auch als Leser auf, wenn sich die Haut auf den Bildern innerhalb von Monaten verbessert und man dann dem Post "meine neue Gesichtspflege mit der ich wirklich zufrieden bin" wirklich Glauben schenken kann.
      Liebe Grüße!

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  3. Ich mache es genauso, ich mache meine Bilder, obwohl ich immer wieder vergesse den Weißabgleich einzustellen, und dann werden sie vielleicht noch ein wenig nachgedunkelt und aufgehellt, so dass es der eigentlichen Farbe am nächsten kommt. Habe ich vergessen den Weißabgleich richtig einzustellen, dann versuche ich es noch über die Farben - meist gelingt mir das aber nicht und so sehen meine Bilder auch mal mehr gelblich oder zu blaustichig aus, aber auch das schreibe ich in den meisten Fällen dazu ;)
    Was Unreinheiten betrifft, so retuschiere ich den einen oder anderen Pickel schon mal, wenn er einem zu sehr ins Auge springt und man nur noch diesen sehen würde, ansonsten setze ich mein Wasserzeichen und fertig ist. Ich würde es auch viel zu anstrengend finden alles aus meinem Gesicht wegzuradieren, man ist ja so schon echt damit beschäftigt vernünftige Bilder zu machen und einen Text zu schreiben, der einen nicht zum Einschlafen bewegt ;P
    Grundsätzlich finde ich es aber nicht schlimm, wenn nachgearbeitet wird, solange es einem nicht ins Auge springt oder wie du schreibst es für eine Foundation-Review ist ;)
    Liebste Grüße und einen schönen Rest-Ostermontag <3

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    1. Hachja, der Weißabgleich, den vergess ich auch manchmal zu gern :D Ich red mich dann immer damit raus, dass ich ja die Kamera noch nicht so lange habe und noch die klassischen Anfängerfehler machen darf, haha :D
      Genau, etwas was wirklich direkt ins Auge springt und vor allem ablenkt, find ich okay wegzumachen, aber jede Falte oder jede Pore zu bearbeiten ist irgendwie auch nicht Sinn eines Blogs, oder?
      Das stimmt, die Zeit dazu hätte ich auch niemals, ich brauche ohnehin im Schnitt mehrere Stunden für einen Post, dann noch jedes Bild einzeln lange bearbeiten ist da nicht drin!
      Liebste Grüße auch an dich :)

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  4. Ich bearbeite meine Bilder auch je nachdem, wie doll mir Makel selber auffallen. Pickel oder sowas mache ich aber seltenst weg (da ich auch seltenst welche hab), aber eingerissene Nagelhaut zeichne ich weich. Da verändert man nichts am Nagellack, meine Nagelhaut ist so gut wie immer scheiße, von daher sind die Finger so wenigstens präsentabel und das Produkt, um das es geht, wird nicht verändert. Auch finde ich Bearbeitung bei AMUs okay, wenn man vielleicht ne doofe Kamera hat, die Tiefenschärfe nicht richtig einfängt oder Farben verfälscht...solange man, wie du schon sagst, bei Foundation nicht schummelt oder nur bearbeitet, um das Ergebnis gesponsorter Produkte toller darzustellen ist mir das ganz egal.

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    1. Ja klar, sowas finde ich okay, auch trockene Nagelhaut kann ja leicht vom Nagellack ablenken. Aber eben dieser Drang sein Gesicht immer perfekt erscheinen zu lassen finde ich problematisch. Ich möchte als Leser eine Person haben, die nicht perfekt ist. Sonst könnte ich ja auch weiterhin Frauenzeitschriften lesen :)

      Liebe Grüße

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  5. Ich finde deine Einstellung zu dem Thema super, und handhabe es eigentlich genauso. Ein zu dunkles Bild wird aufgehellt, und ich bastle so lange dran herum bis die Farben realitätsgetreu sind. Manchmal gelingt mir das nicht so gut, aber auch damit kann ich leben. Nobody is perfect, ich bin eben keine Fotografin oder Grafikerin! ;)
    Pickel retuschiere ich schon weg, ich denke so etwas will niemand sehen, besonders nicht in Nahaufnahme. Ausnahmen sind natürlich wie du schon schreibst Foundationreviews, oder generell Abdeckprodukte.
    Weichzeichner verwende ich wenn dann nur bei AMU´s in der Nahaufnahme. Und auch dann natürlich nicht auf dem Make-up oder dem Auge selbst, sondern ich lasse den Bereich darum herum kreisrund ein wenig verschwimmen, damit der Fokus auf das AMU gelenkt wird, und nichts ablenkt.
    Die Haut direkt unter und neben meinem Auge bleibt aber so, wie sie ist. Das sieht man glaube ich auch an meinen Augenringen! ;)
    Schlimm finde ich, wenn man bei Portraits keine Poren sieht. So sieht doch niemand aus, nicht mal ein Baby hat eine so glatte Haut...
    Toll, dass du einen eigenen Post für die Montagsfrage verfasst hast, ich habe bei diesem Thema auch wirklich überlegt, es zu tun. Vielleicht setze ich mich ja noch daran!
    Liebe Grüße,
    Evelyne

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    1. Nahaufnahmen sind auch wirklich erbarmunslos. Auf diesen Bildern sieht man jede noch so kleine Störung, die einem so niemals auffallen würde und das sticht auch direkt ins Auge, weshalb meine Nahaufnahmen auch ganz häufig bearbeitet sind (außer ich habe mal tatsächlich keinerlei Pickel oder so und meine Sommersprossen radiere ich nicht weg :) ).
      Weichzeichner um etwas hervorzuheben finde ich in einem kleinen Maß auch okay, so wie du das machst dachte ich immer, dass deine DSLR für die Tiefenschärfe verantwortlich ist :D Nicht so schön finde ich aber zB, wenn die Haut um den Mund herum komplett verschwommen ist und nur die Lippen gestochen scharf. Ich finde, dass sieht auch einfach nicht so schön aus. Genau auch auf dem ganzen Gesicht, es hat nunmal niemand porenlose Haut, das wäre ja auch schrecklich!
      Ich würde super gern deine ausführlichere Meinung dazu wissen, weshalb ich mich natürlich über einen Beitrag freuen würde :)
      Liebe Grüße auch an dich!

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  6. ich verwende manchmal auch weichzeichner, aber eben nur in bestimmten Situationen wie du schon gesagt hast, oder wenn mal Fallout auf dem Bidl zu sehen ist, was mir so nicht aufgefallen ist. Sonst eher selten.

    zu dem Rasiergel: das von Gilette hatte ich ewig nicht, daher kann ich es nicht wirklich vergleichen. Und bei der Seife kann ich dir nur zustimmen.

    Liebe Grüße,
    Fio

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    1. Um Fallout zu entfernen würde ich auch eher weniger Weichzeichner nehmen, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache.
      Liebe Grüße

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