Haarige Angelegenheiten: Das Kämmen




Heute soll es um ein Thema gehen, das meiner Meinung nach zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, das Kämmen! Wir tauschen uns stundenlang über verschiedene Shampoos und Pflegemittel aus, welches Haaröl das beste ist und ob nicht Satinkissen die haarfreundlichste Art zu schlafen ist, über das tägliche Haare kämmen verlieren wir jedoch kaum ein Wort. Dabei bin ich der Überzeugung, dass gerade das Kämmen eine wesentliche Verbesserung für meine Haare gebracht hat. Ich habe, wie hier bereits geschrieben, eher lockiges und dickeres Haar und habe das Kämmen selbst lange vernachlässigt. Ich hatte Angst dadurch meine Locken zu zerstören und meine Haare standen nach dem Kämmen wie ein Tipi Zelt ab. Da habe ich den "Out of Bed" Look bevorzugt und sie einfach gar nicht gekämmt, nur kurz vor dem Haare waschen. Da es nicht schlecht aussah, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, dass es schlecht sein könnte. Leider hatte ich durch meine zunehmend kaputte Haarstruktur immer mehr super verfilzte Knoten, die ich kaum herauskämmen konnte und schon einige Male kurz davor war sie mit einer Schere raus zu schneiden.
Ich biss in den sauren Apfel und habe angefangen sie jeden Abend einmal gründlich durchzubürsten und anschließend zu einem lockeren Zopf zu flechten, so dass sich keine Knötchen in der Nacht bilden. 
Ich verwende dazu den Tangle Teezer, der von einigen liebevoll auch Pferdebürste genannt wird. Mit ihm habe ich bislang die besten Erfahrungen gemacht. Er gleitet durch die Haare und reißt nicht an ihnen. Das hat zwar auch zur Folge, dass er über größere Knoten erstmal hinweggleitet und man einige Male über den Knoten bürsten muss bis er sich löst, jedoch ist das wesentlich schonender für die Haare als eine Bürste, die sich im Knoten festkrallt und die halbe Strähne herausreißt. 
Jedoch ist nicht nur die verminderte Knotenbildung ein Grund für mich zum regelmäßigen Haare kämmen. Ich wasche meine Haare 1-2x in der Woche und habe recht langes Haar, da verfängt sich einfach über den Tag verteilt sehr viel Staub. Immer wenn ich sie jeden Abend kämme, sehe ich tatsächlich kleine Staubpartikel in der Bürste die ich eigentlich ungern in meinem Haar tragen möchte. Ich möchte mir gar nicht ausmalen was sich in den Haaren ansammelt, wenn ich sie nur einmal in der Woche bürsten würde. 
Meine Befürchtungen, meine Locken damit zu zerstören und mit Pudelhaaren auf dem Kopf herumzulaufen, haben sich nicht bewahrheitet. Meine Haare locken sich sogar viel natürlicher und schöner, weil sie nicht zu einem Knoten zusammen hängen. Gegen das Abstehen der Haare benutze ich immer etwas Haaröl, das glättet die Haaroberfläche sehr schön und nimmt den Frizz.
Ich denke jeder hat seine eigene Art sich die Haare zu kämmen. Meine habe ich versucht mit dem Bild zu demonstrieren. Ich verteile zunächst ein bis zwei Tropfen Haaröl im Haar und nehme alle Haare auf eine Seite. Dann greife ich zunächst die kompletten Haare recht fest und kämme sie von unten nach oben. Ich achte auch darauf, die unteren Haare ordentlich durchzukämmen, da diese Haare durch die Reibung an der Kleidung besonders zu Knoten neigen. Dann teile ich immer kleinere Partien ab, die ich vollständig von unten nach oben durchkämme. Das dauert bei meiner Haarstruktur und -länge gute fünf Minuten. Wichtig ist hierbei, dass man nicht an seinen Haaren zieht, egal wie fest manche Knoten auch sitzen mögen. 
Wenn doch mal ein besonder gemeiner Knoten sich bildet, der sich partout nicht auskämmen lässt, gebe ich ein bis zwei extra Tropfen Öl nur auf den Knoten und mache es mir im Bad etwas gemütlicher, denn das kann tatsächlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Vorgehensweise ist jedoch die gleiche, die Strähne fest über dem Knoten packen und vorsichtig  über den Knoten gleiten, sodass sich jedes mal einige Haare entwirren lassen und die Geduld dabei nicht verlieren, die Nerven am Besten auch nicht. 
Das mag alles sehr selbstverständlich klingen, jedoch war es für mich eine kleine Revolution in der Haarpflege. Ich dachte immer, dass die richtigen Produkte allein meine Haare retten könnten, jedoch muss man die Haare auch sonst gut pflegen und gut auf sie achten, sonst bringen auch die teuersten Produkte nichts. 

Kämmt ihr eure Haare täglich oder vernachlässigt ihr diese Thema auch sehr?

Eure Elli

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